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Strukturwandel

Hans-Georg Stiefvater, Langenfeld b. Leverkusen veröffentlicht in: Recycling Magazin Ausgabe 2/2000

Der Strukturwandel in der Schrott- und Metall- branche ist in vollem Gange. Gerade in den altindustrialisierten Regionen in Nordrhein- Westfalen werden in diesem Zusammenhang besondere Anforderungen an die in der Branche tätigen mittelständischen Unternehmen gestellt.

Aus eigener Kraft und mit dem Blick in eine manchmal ungewisse Zukunft sind Investitionen zu tätigen, die einerseits dem Umweltschutz dienen, andererseits die Unternehmen mit einem hohen Kapitaldienst und über lange Zeit anhaltenden Abschreibungen belasten.

Vielfältige Aufgaben sind im Zuge der Ertüchtigung bestehender Plätze zu lösen. Bevor ein Spatenstich gemacht werden kann, sind oftmals langwierige bürokratische Genehmigungsverfah- ren zu durchlaufen. Laufzeiten von Beginn der Planung bis zum Vorliegen tragfähiger und ökonomisch umsetzbarer Genehmigungsbe- scheide von einem bis drei Jahren sind keine Seltenheit. Hier ist anzusetzen. Der deutsche Vorschriftendschungel muss gelichtet werden. Stures Handeln nach Vorschrift, auch wenn sie im Einzelfall noch so unsinnig ist, ist durch verantwortliches und kreatives Handeln zu ersetzen.

Doch nun zu den Aufgaben im Einzelnen. Plätze, die zum Teil seit 50 Jahren und mehr industriell genutzt wurden, bergen bisweilen Altlasten. Diese sind bei der Platzertüchtigung zu sanieren. Inzwischen gibt es bundesweit genügend Anlagen zur Aufbereitung kontaminierter Böden, welche in der Lage sind, die Aufgabe der Dekontamination befriedigend zu lösen.

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Die Zusammenarbeit mit diesen Firmen ist im Regelfall ökologisch verträglicher und ökonomisch sinnvoller, als den zum Teil nicht haltbaren Anschluss- und Benutzungszwängen der Gebietskörperschaften Folge zu leisten. Dort werden die kontaminierten Böden oftmals zu horrenden Preisen lediglich auf eine Deponie gekippt und die Einnahmen im Rahmen von Quersubventionierungen kameralistisch missbraucht.

Ist die Hürde der Altlastensanierung genommen, so steht der Bau einer den modernen Anforderungen gerecht werdenden Entwässerung sowie Befestigung der Oberfläche an. Hier ist es gerade in unserer Branche oftmals sinnvoll, beispielsweise auf Emul- sionspaltanlagen zu verzichten und umweltgerechte aber pragmatischere Lösungen zu finden. Immer mehr muss die Art der Oberflächenbefestigung den Eigenschaften der gelagerten bzw. zu behandelnden Materialien angepasst werden. Die Qualität reicht hierbei von einfachen Befestigungen in Straßenbau- weise bis zu Hochsicherheitsbefestigungen mit automatisierten Leckageüberwachungssystemen. Eine punktgenaue Planung im Vorfeld spart viel Geld.

Es gäbe noch eine Menge zu den Feldern Schall-, Staub-, Erschütterungs-, Brandschutz etc. anzumerken. Dies bleibt den einzelnen Fachbeiträgen überlassen. Zum Schluss sei angemerkt, dass ein integrales Konzept, welches mindestens die oben genannten Aspekte beachtet, der kostengünstigste Ansatz ist. Sind die Fehler erst einmal in Beton gegossen, werden sie richtig teuer. Pläne hingegen sind schnell geändert.

Bei allen oben genannten Schwierigkeiten soll uns der Mut und die Kraft für die Zukunft nicht verlassen. In diesem Sinne zitiere ich Franklin D. Roosevelt, der sagte: "Die einzige Begrenzung, das Morgen zu verwirklichen, werden unsere Zweifel von heute sein"

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